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Archive for März 2010

… aber troztdem Anhänger bleibe.
Das liegt ganz einfach daran, dass ich vom Fußballsport begeistert bin und seit ca. 25 Jahren in Mainz wohne. Die Begeisterung im Stadion kann einen ganz schön einfangen und hält mich schon seit 12 Jahren als Dauergast auf der Südtribüne. Eine tolle sportliche Entwicklung zeichnet den Verein aus. Diese Entwicklung geht weit über das Vorzeigeangebot des Profiteams hinaus.

Dass aber der Verein nach 105 Jahren noch nicht gelernt hat, fair mit seinen Angestellten umzugehen zeigt sich eindeutig im Fall des Amateure-Trainers  (Regionalliga West) Peter Neustädter. Dieser ist seit 1994 im Verein und hat als Spieler immer seine Knochen und den Schädel hingehalten. Er war einer der besten Innenverteidiger der 2. Liga und ist ein sehr umgänglicher und unkomplizierter Mensch. Nur ist er kein „Lautsprecher“ wie andere im Verein, die sich gerne durch blablabla hervortun. Ob ihm das jetzt zum Verhängnis geworden ist. Im Februar 2010 wurde ihm mitgeteilt, dass sein Vertrag nicht mehr verlängert wird und er sich nach einer anderen Arbeisstelle umsehen müsse. Ein Schock, nicht nur für ihn und seine Familie. Er betreut das Amateur-Team bereits im vierten Jahr und ist nach dem Abstieg aus der früheren Regionalliga direkt wieder in die neu struktruierte Regionalliga aufgestiegen. Schade, dass dies die jeweiligen Profitrainern nicht zu interessieren scheint. Es fehlt ganz einfach die Anbindung vom Profibereich zum Unterbau der Amateurmannschaft. Und das obwohl einige gute Spieler, wie z.B. Neven Subotic hier ihre ersten Erfahrungen im deutschen Fußball sammeln konnten.

Dass die Umstrukturierung des Nachwuchsbereichs keinen Platz mehr für einen solch erfahrenen Experten haben soll, ist einfach nicht nachzuvollziehen. Niemand aus der Vorstands- und Management-Ebene hat zu diesem Vorgehen bisher ein offenes Wort mit ihm gewechselt. Lediglich der organisatorisch Verantwortliche des Amateur-Bereichs Manfred Lorenz steht mit ihm persönlich in Kontakt. Und dieser will auch nur seine Haut retten, sonst wäre er offen gegenüber „seinem“ Trainer und hätte sich für ihn eingesetzt. Dass keiner im Verein hier einschreitet um diese Vorgehensweise zu unterbinden und das sonst so „menschliche“ und die „familiäre Atmosphäre“, die den Verein bisher nach außen hin ausgezeichnet hat, ins Spiel zu bringen, ist schade und stimmt mich sehr nachdenklich.

Hinzu kommt, dass in der Allgemeinen Zeitung lediglich ein kurzer Beitrag zur Nichtverlängerung des Vertrags zu lesen war. Außerdem ein sehr guter Leserbrief, der mir aber momentan nicht zugänglich ist. Ignorieren ist auch eine Methode und diese beherrscht die besagte Zeitung ja sehr gut. In einem früheren Eintrag in diesem Weblog habe ich ja bereits auf die Zensurausübung dieses Presseorgans hingewiesen.

Vielleicht zeigt der Verein ja noch Rückgrat und kommt schnellstmöglich mit Peter Neustädter ins Gespräch um ihm doch noch eine Perspektive im Verein anzubieten. Wie heisst es so schön: Fair geht vor.

Herr Heidel, der Manager, macht ja nie Fehler. Er zieht die Spieler an Land, die niemand kennt, bzw. niemanden mehr interessieren und hinter denen angeblich halb Europa herjagt. Die Ergebnisse sind ja oft genug auf dem Platz, der Reservebank oder sonstwo zu finden.

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Als die Kultur ins Netz ging: zehn Jahre Perlentaucher

Mit einem tollen Gratulationsbeitrag würdigt Jürgen Neffe im Tagesspiegel das 10-jährige Bestehen des Perlentauchers als Prinzip Zukunft. Und es ist ja auch wirklich toll was  Thierry Chervel und seine KollegInnen alles aufbereiten an Kulturnachrichten, Feuilletons, Karikaturen, internationale Magazin-Rundschauen, Buchbesprechungen, Mediennews und auch noch diverse Diskussionen anzetteln.

Ich genieße diesen Service schon die vollen zehn Jahre, und ich möchte ihn nicht mehr missen. Denn wer hat schon die Zeit, wirklich alle „guten“ Tageszeitungen zur Hand zu nehmen und das wirklich interessante herauszufischen. Eine tolle Dienstleistung im wahrsten Sinne des Wortes.

Einen wirklich lesenswerten Beitrag gibt es heute von Thierry Chervel, der einen Rückblick wagt und uns an eingetretenen Änderungen/Neuerungen während der zurückliegenden 10 Jahre teilhaben lässt. Sozusagen, wie sich die Kultur des Schreibens verändert hat, oder noch wird. Und hier ein Interview mit Thierry Chervel bei meedia.
In Ergänzung noch einen Artikel aus dem Tagesanzeiger (Zürich), der zwei (am 18.03.2010, 12:30h) gegensätzliche Kommentare enthält.

Ich wünsche dem Perlentaucher alles Gute für die Zukunft und auch weiterhin ein gutes Durchhaltevermögen und tolle Ideen, die uns alle bereichern werden/können.

viaAb in die Wundertüte.

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So ist ein Beitrag von Josef Haslinger in der Welt vom 13. März 2010 überschrieben. Er berichtet aus eigenen Erfahrungen seiner Kindheit in katholischen Klosterschulen. Der Umgang mit pädophilen Lehrern und die Züchtigung der Schüler war an der Tagesordnung. Die Probleme, damit umzugehen, nicht darüber reden zu können, aber auch die Strategie die sich daraus entwickeln kann, jemanden damit in der Hand zu haben, erpressen zu können.
In den frühen achtiger Jahren hat er eine Erzählung mit dem Titel „Die plötzlichen Geschenke des Himmels“ darüber geschrieben. Die allerdings, wie er erklärt von der selbst erlebten Realität abweicht, lediglich seine Erfahrungen sind darin verarbeitet. Ansonsten ist es reine Fiktion.

Haslingers Beitrag zur jetzigen Zeit kann sehr hilfreich sein. Sein Hauptanliegen ist es neben dem Schutz der Kinder, den Tätern zu helfen, damit es in Zukunft nicht mehr zu solchen Handlungen kommt und möglichst keine Opfer mehr geben muss. Nicht nur das Verurteilen und Strafen bringt weiter, sondern der richtige Umgang mit Pädophilen in Schulen, Internaten und kirchlichen Einrichtung, aber auch Sportvereinen, etc. ist wichtig. Vorbeugend für Abhilfe zu sorgen muss das Ziel sein.

Und hier ein Zitat aus seinem Artikel:

Es liegt mir daran, in einem Moment, in dem alle Welt sich plötzlich über solche Vorgänge entrüstet, als hätten sie keine Tradition, nicht nur über die Verstörung, sondern über alle Gefühle Auskunft zu geben. Gefühle, die man gehabt hat, sollte man im Nachhinein nicht einfach zugunsten einer moralischen Entrüstung abschütteln, als hätte es sie nicht gegeben. Es war nicht nur eine Last, ein solches Geheimnis zu haben, es war auch etwas Besonderes.

Es sollte sich jetzt eine Diskussion anschließen, die weiterführt. Erfahrungen, wie die von Josef Haslinger u.a. müssen bei der Aufbereitung herangezogen werden um Wiederholungen vermeiden zu können und einen fairen Umgang mit den Beteiligten zu ermöglichen.

Da Josef Haslinger in diesem Jahr Stadtschreiber von Mainz  ist, wünsche ich mir auch hier eine Diskussion mit ihm. Im Bistum Mainz gab es in der Vergangenheit ebenfalls Fälle von sexuellen Handlungen an und mit Schülern, also auch hier (Er-)Klärungsbedarf.

Dass der Beitrag, den die Welt abdruckte in deren Redaktion  Diskussionen ausgelöst hat, kann ich verstehen und finde es richtig und gut, dass die Skeptiker eine Veröffentlichung nicht verhindern konnten.

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