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Archive for April 2010

Exzerpte eines Tages

(29.April 2010)

-1-

Nicht enttäuscht, doch auch
beglückt mich nicht der Zustand:
frei von Arbeit, bald.

-2-

Mein Glück verzückt mich,
springt hin und her zwischen mir,
findet nicht zu ihr.

-3-

Zukunft ein Wort. Doch:
Wohin wird sie mich bringen?
Paradies verstellt!

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Wie der kicker heute meldet, bekam der Trainer der Amateure des FSV Mainz 05 gestern mitgeteilt, dass er,mit sofortiger Wirkung vorzeitig von allen Verpflichtungen seines Amtes enthoben ist.  Und das, nachdem er bereits im Februar erfahren musste, dass sein im Juni auslaufender Vertrag nicht verlängert wird. Zu diesem Zeitpunkt wurde ebenfalls einigen Spielern seiner Mannschaft mitgeteilt, dass dies die letzte Spielzeit bei Mainz 05 für sie ist. In so einer dummen Situation schafft es selbst der beste Psychologe nicht eine Mannschaft ausreichend zu motivieren und als Einheit auf das Spielfeld zu bringen.

Wie sich die neue Situation nun auf die Mannschaft, die vom derzeitigen U-19 Trainer übernommen wird, auswirkt, wird man in den letzten Spielen sehen. Bereits am Donnerstag kommt der Lokalrivale Wormatia Worms (in den letzten Wochen in aufsteigender Form und nur noch drei Punkte hinter den Mainzern) an den Bruchweg.

Soweit ich die Lage einschätzen kann, hat sich Peter Neustädter nichts vorzuwerfen. Er hat tadellose Arbeit abgeliefert, nur leider allzu oft als Einzelkämpfer. Gestörte Kommunikationswege unter den Verantwortlichen, keine Anbindung nach oben zum Profibereich und nach unten zur U19 sowie keine Unterstützung bei der Verpflichtung der von ihm gewünschten Spieler. „In der Luft hängengelassen“ nennt man sowas sprichwörtlich.
Ein Verein, der immer so gut nach außen dastehen will, sollte sich mal über interne Kommunikation und aufeinander aufbauendes Vertrauen nachdenken.

Ich wünsche Peter Neustädter alles Gute. Er wird hoffentlich bald eine neue Aufgabe, die seinem persönlichen Engagement gerecht wird, finden können.

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Rihanna in Frankfurt: Härtere Gangart | Frankfurter Rundschau – Feuilleton.

Rosa Panzer, rosa Dress – da wird Rihanna doch locker mit ein paar Terminatoren fertig. Quelle: APN via FAZ vom 25.04.2010

Am Freitag war ich mit meinen Töchtern bei diesem Konzert.
Der DJ am Anfang war total überflüssig. Er hat die Halle mit blubberndem Lärm, der jede Ballustradte vibrieren lies, ausgefüllt. Und von Begeisterung war bestenfalls im Parkett (Stehplätze) der Festhalle was zu spüren. Auf den Rängen schüttelte man/frau Köpfe, hielt sich die Ohren zu oder vergnügte sich bei Facebook via i-Phone, etc.
Soundmüll!!!

Der Sound der Rihanna-Begleitband war dann auch nicht wirklich gut. Das muss besser gehen.
Klar, kann das Mädchen singen und tanzen und sieht natürlich super aus.
Aber bei solch großen Konzerten (12000 Besucher) musst Du immer mit 50% Verarschung rechnen.

Dem Beitrag von Christian Schlüter in der Frankfurter Rundschau (s. o.) kann ich deshalb nicht uneingeschränkt zustimmen.

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Vom 09. bis 11. April 2010 fand im Exerzitienhaus Himmelspforten in Würzburg die diesjährige Tagung zum Fernkurs für Literatur II Die Welt erlesen statt. Eine Veranstaltung, die mit ganz konventionellen Mitteln gestaltet wurde, kein elektronischen Hilfsmittel waren im Einzatz. Auch mal ganz nett.

Vor Himmelspforten
Gedanken zur Literatur
Spaziergang am Main

Domina wird hier
vom Würzburger Pfaffenberg
getrunken, köstlich

Ich nahm zum ersten mal an einer solchen Veranstaltung teil und bin  sehr angenehm vom Verlauf und der Umsetzung der einzelnen Programmpunkte überrascht.

Besonders gut haben mir die Haikus gefallen. Mir war diese Form der japanischen Miniatur-Dichtkunst nicht neu, aber ich habe sie für mich wieder entdeckt. Und mich anregen lassen, mir eigene Haikus auszudenken.

An Himmelspforten
netten Menschen begegnet
Was folgt im Himmel?

Ich hoffe darauf, dass im nächsten Jahr, auch wenn vorerst kein Fernkurs III angeboten wird,  wieder eine Tagung stattfinden kann.

Das Exerzitienhaus (welch strenger Name), habe ich als ganz tolles Tagungshaus empfunden. Schöne, gut ausgestattete Zimmer und eine tolle Küche. Ohne Probleme war es möglich für mich alle Mahlzeiten mit einem glutenfreien Angebot auszustatten. Prima! Das habe so unkompliziert und selbstverständlich noch nicht erlebt.

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Revolution in der Gutenberg-Galaxis (Kultur, Aktuell, NZZ Online).

Mit dieser Überschrift hat die Publizistin und Autorin Cora Stephan heute einen bedenkenswerten Beitrag über die Zukunft des Buchhandels und Verlagswesens in der NZZ veröffentlicht. Interessant dabei ist, sie stellt fest, dass sich die Autoren weniger Sorgen um ihre Zukunft machen müssen, da es für Ihre Produkte in der Zukunft sinnvolle Modelle zur Veröffentlichung gibt:

Die Wiederbeatmung der Autoren aber kommt heute aus einer ganz anderen Richtung. Es wird Amazon sein, der Online-Handels-Riese, der das Bündnis zwischen Buchhandel, Verlagen und Autoren zerschlagen könnte. Amazon stellt seit kurzem eine Plattform zur Verfügung, auf der Autoren ihre Bücher selbst veröffentlichen können – und zwar auch ohne Verlag. Man will dabei die Autoren mit 70 Prozent am Erlös beteiligen (zum Vergleich: An den Buchhandel gehen bis anhin um die 50 Prozent). Auch Apple verhandelt momentan mit den sechs grössten amerikanischen Verlagsgruppen über ähnliche Konditionen. Eine Revolution? Zweifellos. Nur in Europa versucht man die Sache zu verschlafen.

Eine gute Idee zur Rettung des Vertriebssystems im Verlags- und Buchhandel hatte Ulf Erdmann Ziegler zu Anfang der Woche in der FAZ veröffentlicht. Er ruft dazu auf dem übermächtigen Konzernbuchhandel (wohl Thalia, DHB, Amazon, etc.) ein Gegengewicht entgegen zu setzen und macht dazu drei Vorschläge:

Drei Modelle bieten sich an für die Verlagsbuchhandlungen der Zukunft. Erstens der flagship store; zweitens das privat geführte Geschäft mit Ketten-Signet; drittens das Buchkaufhaus. Alle sollten im gleichen System aufgehen, ähnliche Privilegien genießen, die Gegenmacht zu den Konzernbuchläden bilden. Das darf nicht still und leise vor sich gehen, sondern muss mit großer Bestimmtheit durchgeführt werden. Die Leserinnen und Leser werden den Unterschied zu schätzen wissen.

Heute antwortet der Verleger Stefan Weidle auf diesen Beitrag ebenfalls in der FAZ (noch nicht online). Er regt einen Bestandsschutz des Inhaber geführten Qualitäts-Buchhandels ähnlich der Programmkinos an. Eine unabhängige Kommission (er schlägt hierzu die die staatlich geförderte Kurt WolffStiftung vor) soll eine Bewerbung der Buchhandlungen bewerten und mit einem Gütesiegel versehen. So kann der Kunde die Qualität direkt beim Betreten des jeweiligen Ladengeschäfts, oder der Internet-Verkaufsfläche erkennen. Eine gute, vielleicht brauchbare Idee, doch mit ist das alles zu viel Reglementierung. Ein „runder Tisch“ scheint notwendig zu werden. Der Buchhandel als kulturfördernde Instanz verdient alle Anstrengung zum Erhalt, aber bitte ohne weitere Gesetze.

Hinweisen möchte ich an dieser Stelle auf meinen Blogbeitrag zu einem Artikel aus der Süddeutschen Zeitung vom Oktober 2009.

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