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Der vom Hessischen Verwaltungsschulverband HVSV durchgeführte Vorbereitungslehrgang auf die Fortbildungsprüfung Fachwirt-/in für INFORMATIONSDIENSTE soll im August 2010 neu beginnen. Vorausgesetzt es finden sich mindestens 12 TeilnehmerInnen. Auf eine Ausschreibung in der UB Mainz hat sich neben mir noch ein/e KollegIn beworben. Beide erfüllten wir die Voraussetzungen nicht: Er/sie wegen fehlender Berufspraxis. Fünf Jahre nach Abschluss der Ausbildung zum FaMI sind Voraussetzung.
Ich, da ich lediglich in Befristung bis zum Jahresende angestellt bin und nicht die Minimalvoraussetzung einer halben unbefristeten Stelle erfülle.

Dass so wenige KollegInnen Interesse an der Weiterqualifizierung zum Fachwirt zeigen, enttäuscht mich sehr. Scheinbar gibt sich man/frau schon zufrieden mit einer halbwegs gut bezahlten und scheinbar sicheren Arbeitsstelle.

Die Ausbildung zum Fachwirt ist neu und keinesfalls unumstritten, wie eine Diskussion beim Berufsverband BIB deutlich macht.
Die Idee hinter dem Vorhaben „Fachwirt“ war, dem „mittleren Dienst“, also den Fachangestellten (FaMIs) die Chance zu einer berufsbegleitenden Höherqualifizierung zu bieten. Nur was man nach 2 1/2 Jahren Vorbereitung, 640 Unterrichtsstunden und der sich anschließenden Prüfung mit diesem Abschluss anfangen kann, ist noch nicht so recht klar.

Ich wäre, allen Unwägbarkeiten zum Trotz, diese berufliche Verbesserung angegangen. In der Hoffnung, mich dann auf Stellen bewerben zu können, die mir jetzt im öffentlichen Dienst nicht zugänglich sind.

Nachdem ich seit 1 1/2 Jahren in eben diesem öffentlichen Dienst arbeite, kann ich ein sehr ernüchterndes Fazit ziehen:

Es besteht trotz Engagement, Einsatzbereitschaft und permanenter fachlicher Weiterbildung, nicht die Chance auf eine angemessene Stelle, auch nicht in Teilzeitbeschäftigung.
Da helfen auch die „guten Ratschläge“ von Kurt Beck nichts mehr.

Für mich heißt es, die Hoffnung nicht aufgeben, auch wenn ich zu allen Bewerbungen der letzten Monate direkte schriftliche Absagen, ohne die Chance mich in einem Bewerbungsgespräch persönlich vorstellen zu können, erhalten habe.
Sobald es Neuigkeiten hierzu gibt werde ich diese hier mitteilen.
Noch bleiben mir sechs Monate und 28 Tage Zeit.

Haiku 1 2 3

Exzerpte eines Tages

(29.April 2010)

-1-

Nicht enttäuscht, doch auch
beglückt mich nicht der Zustand:
frei von Arbeit, bald.

-2-

Mein Glück verzückt mich,
springt hin und her zwischen mir,
findet nicht zu ihr.

-3-

Zukunft ein Wort. Doch:
Wohin wird sie mich bringen?
Paradies verstellt!

Wie der kicker heute meldet, bekam der Trainer der Amateure des FSV Mainz 05 gestern mitgeteilt, dass er,mit sofortiger Wirkung vorzeitig von allen Verpflichtungen seines Amtes enthoben ist.  Und das, nachdem er bereits im Februar erfahren musste, dass sein im Juni auslaufender Vertrag nicht verlängert wird. Zu diesem Zeitpunkt wurde ebenfalls einigen Spielern seiner Mannschaft mitgeteilt, dass dies die letzte Spielzeit bei Mainz 05 für sie ist. In so einer dummen Situation schafft es selbst der beste Psychologe nicht eine Mannschaft ausreichend zu motivieren und als Einheit auf das Spielfeld zu bringen.

Wie sich die neue Situation nun auf die Mannschaft, die vom derzeitigen U-19 Trainer übernommen wird, auswirkt, wird man in den letzten Spielen sehen. Bereits am Donnerstag kommt der Lokalrivale Wormatia Worms (in den letzten Wochen in aufsteigender Form und nur noch drei Punkte hinter den Mainzern) an den Bruchweg.

Soweit ich die Lage einschätzen kann, hat sich Peter Neustädter nichts vorzuwerfen. Er hat tadellose Arbeit abgeliefert, nur leider allzu oft als Einzelkämpfer. Gestörte Kommunikationswege unter den Verantwortlichen, keine Anbindung nach oben zum Profibereich und nach unten zur U19 sowie keine Unterstützung bei der Verpflichtung der von ihm gewünschten Spieler. „In der Luft hängengelassen“ nennt man sowas sprichwörtlich.
Ein Verein, der immer so gut nach außen dastehen will, sollte sich mal über interne Kommunikation und aufeinander aufbauendes Vertrauen nachdenken.

Ich wünsche Peter Neustädter alles Gute. Er wird hoffentlich bald eine neue Aufgabe, die seinem persönlichen Engagement gerecht wird, finden können.

Rihanna in Frankfurt: Härtere Gangart | Frankfurter Rundschau – Feuilleton.

Rosa Panzer, rosa Dress – da wird Rihanna doch locker mit ein paar Terminatoren fertig. Quelle: APN via FAZ vom 25.04.2010

Am Freitag war ich mit meinen Töchtern bei diesem Konzert.
Der DJ am Anfang war total überflüssig. Er hat die Halle mit blubberndem Lärm, der jede Ballustradte vibrieren lies, ausgefüllt. Und von Begeisterung war bestenfalls im Parkett (Stehplätze) der Festhalle was zu spüren. Auf den Rängen schüttelte man/frau Köpfe, hielt sich die Ohren zu oder vergnügte sich bei Facebook via i-Phone, etc.
Soundmüll!!!

Der Sound der Rihanna-Begleitband war dann auch nicht wirklich gut. Das muss besser gehen.
Klar, kann das Mädchen singen und tanzen und sieht natürlich super aus.
Aber bei solch großen Konzerten (12000 Besucher) musst Du immer mit 50% Verarschung rechnen.

Dem Beitrag von Christian Schlüter in der Frankfurter Rundschau (s. o.) kann ich deshalb nicht uneingeschränkt zustimmen.

Würzburger Haikus

Vom 09. bis 11. April 2010 fand im Exerzitienhaus Himmelspforten in Würzburg die diesjährige Tagung zum Fernkurs für Literatur II Die Welt erlesen statt. Eine Veranstaltung, die mit ganz konventionellen Mitteln gestaltet wurde, kein elektronischen Hilfsmittel waren im Einzatz. Auch mal ganz nett.

Vor Himmelspforten
Gedanken zur Literatur
Spaziergang am Main

Domina wird hier
vom Würzburger Pfaffenberg
getrunken, köstlich

Ich nahm zum ersten mal an einer solchen Veranstaltung teil und bin  sehr angenehm vom Verlauf und der Umsetzung der einzelnen Programmpunkte überrascht.

Besonders gut haben mir die Haikus gefallen. Mir war diese Form der japanischen Miniatur-Dichtkunst nicht neu, aber ich habe sie für mich wieder entdeckt. Und mich anregen lassen, mir eigene Haikus auszudenken.

An Himmelspforten
netten Menschen begegnet
Was folgt im Himmel?

Ich hoffe darauf, dass im nächsten Jahr, auch wenn vorerst kein Fernkurs III angeboten wird,  wieder eine Tagung stattfinden kann.

Das Exerzitienhaus (welch strenger Name), habe ich als ganz tolles Tagungshaus empfunden. Schöne, gut ausgestattete Zimmer und eine tolle Küche. Ohne Probleme war es möglich für mich alle Mahlzeiten mit einem glutenfreien Angebot auszustatten. Prima! Das habe so unkompliziert und selbstverständlich noch nicht erlebt.

Quo vadis Buchhandel?

Revolution in der Gutenberg-Galaxis (Kultur, Aktuell, NZZ Online).

Mit dieser Überschrift hat die Publizistin und Autorin Cora Stephan heute einen bedenkenswerten Beitrag über die Zukunft des Buchhandels und Verlagswesens in der NZZ veröffentlicht. Interessant dabei ist, sie stellt fest, dass sich die Autoren weniger Sorgen um ihre Zukunft machen müssen, da es für Ihre Produkte in der Zukunft sinnvolle Modelle zur Veröffentlichung gibt:

Die Wiederbeatmung der Autoren aber kommt heute aus einer ganz anderen Richtung. Es wird Amazon sein, der Online-Handels-Riese, der das Bündnis zwischen Buchhandel, Verlagen und Autoren zerschlagen könnte. Amazon stellt seit kurzem eine Plattform zur Verfügung, auf der Autoren ihre Bücher selbst veröffentlichen können – und zwar auch ohne Verlag. Man will dabei die Autoren mit 70 Prozent am Erlös beteiligen (zum Vergleich: An den Buchhandel gehen bis anhin um die 50 Prozent). Auch Apple verhandelt momentan mit den sechs grössten amerikanischen Verlagsgruppen über ähnliche Konditionen. Eine Revolution? Zweifellos. Nur in Europa versucht man die Sache zu verschlafen.

Eine gute Idee zur Rettung des Vertriebssystems im Verlags- und Buchhandel hatte Ulf Erdmann Ziegler zu Anfang der Woche in der FAZ veröffentlicht. Er ruft dazu auf dem übermächtigen Konzernbuchhandel (wohl Thalia, DHB, Amazon, etc.) ein Gegengewicht entgegen zu setzen und macht dazu drei Vorschläge:

Drei Modelle bieten sich an für die Verlagsbuchhandlungen der Zukunft. Erstens der flagship store; zweitens das privat geführte Geschäft mit Ketten-Signet; drittens das Buchkaufhaus. Alle sollten im gleichen System aufgehen, ähnliche Privilegien genießen, die Gegenmacht zu den Konzernbuchläden bilden. Das darf nicht still und leise vor sich gehen, sondern muss mit großer Bestimmtheit durchgeführt werden. Die Leserinnen und Leser werden den Unterschied zu schätzen wissen.

Heute antwortet der Verleger Stefan Weidle auf diesen Beitrag ebenfalls in der FAZ (noch nicht online). Er regt einen Bestandsschutz des Inhaber geführten Qualitäts-Buchhandels ähnlich der Programmkinos an. Eine unabhängige Kommission (er schlägt hierzu die die staatlich geförderte Kurt WolffStiftung vor) soll eine Bewerbung der Buchhandlungen bewerten und mit einem Gütesiegel versehen. So kann der Kunde die Qualität direkt beim Betreten des jeweiligen Ladengeschäfts, oder der Internet-Verkaufsfläche erkennen. Eine gute, vielleicht brauchbare Idee, doch mit ist das alles zu viel Reglementierung. Ein „runder Tisch“ scheint notwendig zu werden. Der Buchhandel als kulturfördernde Instanz verdient alle Anstrengung zum Erhalt, aber bitte ohne weitere Gesetze.

Hinweisen möchte ich an dieser Stelle auf meinen Blogbeitrag zu einem Artikel aus der Süddeutschen Zeitung vom Oktober 2009.

… aber troztdem Anhänger bleibe.
Das liegt ganz einfach daran, dass ich vom Fußballsport begeistert bin und seit ca. 25 Jahren in Mainz wohne. Die Begeisterung im Stadion kann einen ganz schön einfangen und hält mich schon seit 12 Jahren als Dauergast auf der Südtribüne. Eine tolle sportliche Entwicklung zeichnet den Verein aus. Diese Entwicklung geht weit über das Vorzeigeangebot des Profiteams hinaus.

Dass aber der Verein nach 105 Jahren noch nicht gelernt hat, fair mit seinen Angestellten umzugehen zeigt sich eindeutig im Fall des Amateure-Trainers  (Regionalliga West) Peter Neustädter. Dieser ist seit 1994 im Verein und hat als Spieler immer seine Knochen und den Schädel hingehalten. Er war einer der besten Innenverteidiger der 2. Liga und ist ein sehr umgänglicher und unkomplizierter Mensch. Nur ist er kein „Lautsprecher“ wie andere im Verein, die sich gerne durch blablabla hervortun. Ob ihm das jetzt zum Verhängnis geworden ist. Im Februar 2010 wurde ihm mitgeteilt, dass sein Vertrag nicht mehr verlängert wird und er sich nach einer anderen Arbeisstelle umsehen müsse. Ein Schock, nicht nur für ihn und seine Familie. Er betreut das Amateur-Team bereits im vierten Jahr und ist nach dem Abstieg aus der früheren Regionalliga direkt wieder in die neu struktruierte Regionalliga aufgestiegen. Schade, dass dies die jeweiligen Profitrainern nicht zu interessieren scheint. Es fehlt ganz einfach die Anbindung vom Profibereich zum Unterbau der Amateurmannschaft. Und das obwohl einige gute Spieler, wie z.B. Neven Subotic hier ihre ersten Erfahrungen im deutschen Fußball sammeln konnten.

Dass die Umstrukturierung des Nachwuchsbereichs keinen Platz mehr für einen solch erfahrenen Experten haben soll, ist einfach nicht nachzuvollziehen. Niemand aus der Vorstands- und Management-Ebene hat zu diesem Vorgehen bisher ein offenes Wort mit ihm gewechselt. Lediglich der organisatorisch Verantwortliche des Amateur-Bereichs Manfred Lorenz steht mit ihm persönlich in Kontakt. Und dieser will auch nur seine Haut retten, sonst wäre er offen gegenüber „seinem“ Trainer und hätte sich für ihn eingesetzt. Dass keiner im Verein hier einschreitet um diese Vorgehensweise zu unterbinden und das sonst so „menschliche“ und die „familiäre Atmosphäre“, die den Verein bisher nach außen hin ausgezeichnet hat, ins Spiel zu bringen, ist schade und stimmt mich sehr nachdenklich.

Hinzu kommt, dass in der Allgemeinen Zeitung lediglich ein kurzer Beitrag zur Nichtverlängerung des Vertrags zu lesen war. Außerdem ein sehr guter Leserbrief, der mir aber momentan nicht zugänglich ist. Ignorieren ist auch eine Methode und diese beherrscht die besagte Zeitung ja sehr gut. In einem früheren Eintrag in diesem Weblog habe ich ja bereits auf die Zensurausübung dieses Presseorgans hingewiesen.

Vielleicht zeigt der Verein ja noch Rückgrat und kommt schnellstmöglich mit Peter Neustädter ins Gespräch um ihm doch noch eine Perspektive im Verein anzubieten. Wie heisst es so schön: Fair geht vor.

Herr Heidel, der Manager, macht ja nie Fehler. Er zieht die Spieler an Land, die niemand kennt, bzw. niemanden mehr interessieren und hinter denen angeblich halb Europa herjagt. Die Ergebnisse sind ja oft genug auf dem Platz, der Reservebank oder sonstwo zu finden.

Als die Kultur ins Netz ging: zehn Jahre Perlentaucher

Mit einem tollen Gratulationsbeitrag würdigt Jürgen Neffe im Tagesspiegel das 10-jährige Bestehen des Perlentauchers als Prinzip Zukunft. Und es ist ja auch wirklich toll was  Thierry Chervel und seine KollegInnen alles aufbereiten an Kulturnachrichten, Feuilletons, Karikaturen, internationale Magazin-Rundschauen, Buchbesprechungen, Mediennews und auch noch diverse Diskussionen anzetteln.

Ich genieße diesen Service schon die vollen zehn Jahre, und ich möchte ihn nicht mehr missen. Denn wer hat schon die Zeit, wirklich alle „guten“ Tageszeitungen zur Hand zu nehmen und das wirklich interessante herauszufischen. Eine tolle Dienstleistung im wahrsten Sinne des Wortes.

Einen wirklich lesenswerten Beitrag gibt es heute von Thierry Chervel, der einen Rückblick wagt und uns an eingetretenen Änderungen/Neuerungen während der zurückliegenden 10 Jahre teilhaben lässt. Sozusagen, wie sich die Kultur des Schreibens verändert hat, oder noch wird. Und hier ein Interview mit Thierry Chervel bei meedia.
In Ergänzung noch einen Artikel aus dem Tagesanzeiger (Zürich), der zwei (am 18.03.2010, 12:30h) gegensätzliche Kommentare enthält.

Ich wünsche dem Perlentaucher alles Gute für die Zukunft und auch weiterhin ein gutes Durchhaltevermögen und tolle Ideen, die uns alle bereichern werden/können.

viaAb in die Wundertüte.

So ist ein Beitrag von Josef Haslinger in der Welt vom 13. März 2010 überschrieben. Er berichtet aus eigenen Erfahrungen seiner Kindheit in katholischen Klosterschulen. Der Umgang mit pädophilen Lehrern und die Züchtigung der Schüler war an der Tagesordnung. Die Probleme, damit umzugehen, nicht darüber reden zu können, aber auch die Strategie die sich daraus entwickeln kann, jemanden damit in der Hand zu haben, erpressen zu können.
In den frühen achtiger Jahren hat er eine Erzählung mit dem Titel „Die plötzlichen Geschenke des Himmels“ darüber geschrieben. Die allerdings, wie er erklärt von der selbst erlebten Realität abweicht, lediglich seine Erfahrungen sind darin verarbeitet. Ansonsten ist es reine Fiktion.

Haslingers Beitrag zur jetzigen Zeit kann sehr hilfreich sein. Sein Hauptanliegen ist es neben dem Schutz der Kinder, den Tätern zu helfen, damit es in Zukunft nicht mehr zu solchen Handlungen kommt und möglichst keine Opfer mehr geben muss. Nicht nur das Verurteilen und Strafen bringt weiter, sondern der richtige Umgang mit Pädophilen in Schulen, Internaten und kirchlichen Einrichtung, aber auch Sportvereinen, etc. ist wichtig. Vorbeugend für Abhilfe zu sorgen muss das Ziel sein.

Und hier ein Zitat aus seinem Artikel:

Es liegt mir daran, in einem Moment, in dem alle Welt sich plötzlich über solche Vorgänge entrüstet, als hätten sie keine Tradition, nicht nur über die Verstörung, sondern über alle Gefühle Auskunft zu geben. Gefühle, die man gehabt hat, sollte man im Nachhinein nicht einfach zugunsten einer moralischen Entrüstung abschütteln, als hätte es sie nicht gegeben. Es war nicht nur eine Last, ein solches Geheimnis zu haben, es war auch etwas Besonderes.

Es sollte sich jetzt eine Diskussion anschließen, die weiterführt. Erfahrungen, wie die von Josef Haslinger u.a. müssen bei der Aufbereitung herangezogen werden um Wiederholungen vermeiden zu können und einen fairen Umgang mit den Beteiligten zu ermöglichen.

Da Josef Haslinger in diesem Jahr Stadtschreiber von Mainz  ist, wünsche ich mir auch hier eine Diskussion mit ihm. Im Bistum Mainz gab es in der Vergangenheit ebenfalls Fälle von sexuellen Handlungen an und mit Schülern, also auch hier (Er-)Klärungsbedarf.

Dass der Beitrag, den die Welt abdruckte in deren Redaktion  Diskussionen ausgelöst hat, kann ich verstehen und finde es richtig und gut, dass die Skeptiker eine Veröffentlichung nicht verhindern konnten.

Erinnerungen an sexuellen Missbrauch

viaOpernregisseur Calixto Bieitos: Erinnerungen an sexuellen Missbrauch | Frankfurter Rundschau – Feuilleton.

Immer dann wenn sexueller Missbrauch in Verbindung mit Schulen, vornehmlich katholischen Internaten steht, geht ein Aufschrei durch die Medien und die Bevölkerung. Was aber genau ist „sexueller Missbrauch“? Es ist eine unter Strafe gestellte sexuelle Handlung an Menschen. Diese drückt sich besonders durch die Tatsache aus, dass ein Machtgefälle zwischen Täter und Opfer besteht und dieses ausgenutzt wird. In den häufigsten Fällen sind Schutzbefohlende (Schüler, Auszubildende, Kinder, Untergebene, Schwächere) die Opfer.
So wie es Herr Calixto Bieitos aus seinen Erfahrungen beschrieben hat, ist eher von sexueller Nötigung auszugehen. Denn es gibt Unterschiede und auch das Alter spielt dabei eine Rolle.

  • Bei Kindern unter 10 Jahren wird man noch kein starkes Interesse am Veränderungen des eigenen Körpers vermuten. Bei allen sexuellen Übergriffen auf diese Personengruppe wirkt die psychische Verstörung und der Ekel vor dem Geschehenen am längsten nach.
  • Sind die Kinder älter (Pubertät, Teenager) kann ein anderes Interesse am eigenen Körper vorausgesetzt werden. In solchen Fällen ist nicht selten von einverständlichen sexuellen Handlungen auszugehen, die aber deshalb nicht minder schwer zu verurteilen sind. Obwohl hier das Opfer sich nicht in jedem Fall in einer Opferrolle sieht. Es ist eine Unterscheidung gegenüber dem Handeln an jüngeren Opfern zu erkennen.
  • Eine nächste Differenz tritt dann auf, wenn von wissentlichem Einverständnis („ich habe es gewollt“) auszugehen ist. Dennoch liegt hier ein strukturelles Machtgefälle zwischen Erwachsenem und Minderjährigem vor, auch wenn dies von Befürworter der Pädosexualität bestritten wird.
  • Zudem gibt es, und das wird am häufigsten der Fall sein, dass jemand gegen seinen Willen missbraucht wird  und das in unterschiedlichen Auswüchsen von Tätlichkeiten. Von der körperlichen Berührung bis zur Vergewaltigung.

Alle diese Varianten sind abscheulich und gehen immer vom Täter aus, nicht selten unter Androhung oder Ausübung von Gewalt.

Viele Opfer, die heute Erwachsene sind, hatten selbst Erfahrungen mit einer der  hier dargestellten Abstufungenen des „sexuellen Missbrauchs“ während ihrer Kindheit oder als Jugendliche. Das muss sich nicht immer in Abhängigkeitsverhältnissen wie in Schule, Internat, Familie, etc. abgespielt haben. Sehr oft, und dies ist scheinbar nicht wirklich einer großen Öffenlichkeit bekannt, geschieht dies im Verborgenen, wobei dann ältere Jugendliche, junge Erwachsene, Bekannte, Nachbarn die Verursacher des Handelns sind.

Würde jede geschehene Missbrauchs-Handlung öffentlich, dann würde hier eine enorme Dunkelziffer ans Licht gebracht. Aber dies geschieht dann nicht, wenn es für die „Opfer“ nicht (mehr) relevant ist, d.h. wenn es dem „Täter“ nicht mehr vorzuwerfen ist. Oder diese Handlungen nicht als straftatwürdig und „schlimm“ empfunden wurden. Scham und peinliche Gefühle spielen natürlich auch eine Rolle für jemanden, der nicht damit an die Öffentlichkeit treten möchte.

Fest steht, man kann nicht vereinfacht von „sexuellem Missbrauch“ reden ohne hier die Hintergründe des Einzelfalls betrachtet zu haben.

Zu den Tätern.
Es sind nicht immer und in erster Linie Gewalt verursachende Menschen (Männer) die hier zu Tätern werden. Die Umstände (z.B. Zölibat bei Priestern) und das gesellschaftliche Umfeld (Internat) spielen hier eine große Rolle. Diese Menschen haben Probleme mit ihren Gefühlen klar zu kommen und /oder ein starkes unerfülltes sexuelles Verlangen das sie nicht regulär ausleben können. Das Verlangen sucht sich Opfer und vergeht sich an ihnen.
Ohne jemanden in Schutz nehmen zu wollen, ist es notwendig diesen „Tätern“ Hilfe anzubieten bevor sie in eine für sie verfängliche und ausweglose Situation kommen, die sie dann zu Straftätern macht.

Hilfe kann hier nur Prävention bedeuten. Zunächst einmal für alle, aber ganz besonders für bestimmte und häufig betroffene Personengruppen. Für Kinder müssen Gesprächsangebote in allen Altersgruppen angeboten werden. Ein gutes Beispiel ist das von Werner Stangl erstellte Arbeitsblatt , aber auch viele andere bestehende Angebote.

 Quellen:
http://de.wikipedia.org/wiki/Sexueller_Missbrauch
http://arbeitsblaetter.stangl-taller.at/PSYCHOLOGIEENTWICKLUNG/SexuellerMissbrauch.shtml#top