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Posts Tagged ‘Soziale Netzwerke’

Der 100. Deutsche Bibliothekartag hatte ein volles Programm. Da galt es, sich geschickt hindurch zu navigieren.
Zunächst sah ich mich bei den Angeboten der Zukunftswerkstatt um.
Nachdem die Organisatoren von „Cycling for Libraries“ begrüßt wurden und ihr Projekt vorstellen konnten, wurden mobile Anwendungen für Bibliotheken vorgestellt.
Das Smartphone-Happening mit Edlef Stabenau und Dierk Eichel. Dabei wurde auf EDSync hingewiesen eine App für das iPhone zur Verwaltung von Bibliothekskonten (allerdings bisher nur für Pica-Bibliotheken möglich). Diese Anwendung wurde von Martin Kim Đưng-Phạm programmiert und wird kostenlos über iTunes zur Verfügung gestellt. In einem Interview im ZBW Media Talk mit André Vatter erläutert Martin Kim Đưng-Phạm wie es von der Idee zur Umsetzung dieses Produkts gekommen ist. Eine Anwendung zur Darstellung und somit auch zur Suche in OPACs ist in Vorbereitung.

Literaturverwaltung & Bibliotheken ist ein Weblog das sich als Wissenspool und Austauschplattform für Bibliotheken im Bereich der Literaturverwaltung versteht.

„Geocaching in Bibliotheken: IK-Schulungen auf neuen Wegen“ wurde von Timo Glaser aus der UB Marburg vorgestellt. Hier steht ganz stark das spielerische Ausprobieren bei gleichzeitigem Kennenlernen der Einrichtung Bibliothek im Vordergrund und sollte als Marketing-Instrument gesehen werden.
Er vertritt folgende Thesen:

  • jede angebotene Schulung ist eine Schulung zu viel
  • Schulungsangebote sind keine Dienstleistungsorientierung, sondern
  • Eingeständnis mangelhafter Usability

In einem anderen Vortrag, der  eine Online-Befragung von Nutzern an der LMU München zum Thema hatte, wurden diese mit folgender Feststellung bestätigt:

Nutzer wollen selbsterklärende Angebote, statt Benutzungshilfen

Was ist Studierenden wichtig im Umfeld Bibliothek?

  • Verpflegung (Getränke, Imbiss)
  • den Zugang zu e-books auf der Homepage und im Katalog mehr in den Vordergrund
  • Studierende wollen e-books!!!
    Wenn ein e-book als relevant bezeichnet wird, hat das oft einen Anschaffungs-vorschlag des Print-Produkts zur Folge

Den Aspekt der Bestandserhaltung brachte Prof. Kummer mit seinem Vortrag „Mehr private Bibliotheksinitiativen: Peter Sodann Bibliothek in Staucha bei Riesa angekommen und schon im Netz“ in die Zukunftswerkstatt ein.

Bibliothek 2.0 und Social Media zu dieser Thematik gab Ute Engelkenmeier von der UB Dortmund einen Erfahrungsbericht:
Das UB-Weblog (seit 2006) hat sich als wichtiger Kommunikationskanal als Dialogmedium, Twitter hingegen als reiner Informationskanal gezeigt. Die Podcast-Folgen wurden wegen der zu hohen Aufwand-Nutzen-Relation eingestellt. Videotutorials werden bei YouTube eingestellt und scheinen als Kommunikationskanal noch ausbaufähig zu sein. Bei Facebook steigt die Anzahl der Fans, doch die Interaktionsrate durch Kommentare fällt sehr gering aus. Social Media spielt im internen Gebrauch durch Weblogs, Wikis, etc. eine bedeutende Rolle für die Kommunikation.  Weitere Angebote werden in Zukunft neue Dienste für „mobile“ Nutzer, der Ausbau des Katalogs sowie lokale Netzwerke sein. Insgesamt bringen Social Media ein verbessertes Dienstleistungsangebot, mehr Nutzer-orientierung und verstärken den Dialog mit dem Nutzer.

Medea Seyder hat mit ihrem Vortrag „Academic Internet – Wissenschaftliche Literatur im Internet finden. Ein neuer Kurs für „Digital Natives“ an der UB München“ eine etwas andere Form der Nutzerschulung zur Literatursuche für das Studium vorgestellt. Sie möchte damit einen Personenkreis erreichen, der sich hauptsächlich bei Angeboten bekannter Suchmaschinen bedient und von weiteren, von vor allem in Bibliotheken angebotenen Möglichkeiten, wie Datenbanken, Open Access, elektronische Zeitschriften bisher kein, bzw. wenig Gebrauch gemacht hat. Um möglichst viele Interessenten erreichen zu können, müsste dieses Angebot erheblich ausgebaut werden. Die Nachfrage besteht auf jeden Fall.

Was Aus- und Weiterbildung betrifft, ist mir aufgefallen, dass es viele Angebote gibt, in den nächsten Jahren jedoch Probleme entstehen könnten, gut ausgebildete Absolventen der verschiedenen Ausbildungsebenen adäquat einzusetzen. Das kann alleine schon an den tariflichen Vorgaben, wie TV-L E9 für Bibliothekare mit Bachelor-Abschluss, scheitern. Hier sollte den Bibliotheken mehr Freiraum bei der Eingruppierung zugestanden werden.

Bestandsaufbau in Zukunft

Vortrag von Dr. Jochen Johannsen:
Wir befinden uns weiterhin im Umbruch vom p- zum e-Zeitalter. Einige Entwicklungen lassen sich mit Bestimmtheit vorhersagen, für manche können nur Szenarien entworfen werden.
Die Richtlinien für den Bestandsaufbau haben sich geändert und werden sich noch weiter ändern müssen. Inhalte und der Medientyp werden hier als Kriterien herangezogen. Bisher haben Bibliotheken Literatur in physischer und elektronischer Form vor Ort und darüber hinaus bereitgestellt und Lernorte angeboten. In Zukunft kann dies weitestgehend ortsunabhängig geschehen. Die Bibliothek fungiert dann noch als Einrichtung die eine Nutzung von Medien ermöglicht. Wie wird über die Medienauswahl entschieden?

Beispiel UB Passau (Karl Krieg):

  • finanzielle Lücken werden teilweise durch „pay per view“ Angebote abgedeckt, statt vollständige Abonnements zu kaufen
  • die Erwerbungsrichtlinien werden flexibel gehandhabt und teilweise den Belangen der Fakultäten angepasst (mehr Absprachen erforderlich)

Bestandsaufbau praktisch elektronisch I:

Beispiel UB Mannheim: Frau Dr. Annette Klein stellt das Testmodell zur Patron Driven Acquisition vor:

Das Modell bezieht sich auf e-books und wurde nach Abwägung von Risiken und Chancen in einer Testphase mit der Plattform Dawsonera durchgeführt.

  • Zugriffsmöglichkeit über den Katalog
  • 5 Minuten Voransicht
  • bei Bedarf Leihanfrage
  • Vorakzession der Leihanfragen
  • Fachreferenten entscheiden über Ausleihe, Kauf oder Ablehnung
  • Nutzungs- und Kostenstatistiken
  • Nutzerbefragung nach ca. 6 Monaten

Ziel ist es eine „echte“ PDA mit automatisierter Erwerbung einzurichten dazu werden Angebote anderer Anbieter (Aggregatoren, Verlage) geprüft und eine erneute Evaluierung durchgeführt.

Bestandsaufbau praktisch elektronisch II:

Electronic Resource Management  und Suchindizes.
Benjamin Ahlborn (SUB Bremen) schlägt die

  • Suchmaschinen-Recherche statt der OPAC-Suche vor.
  • Bestandsaufbau unter Einbeziehung des Nutzerfeedbacks und Zugriffstatistiken

Das Jakob-und-Wilhelm-Grimm-Zentrum

Lesesaal; Foto: Stefan Müller

Die Lange Nacht der Berliner Bibliotheken bot mir die Möglichkeit an einer Führung durch das Jacob-und-Wilhelm-Grimm-Zentrum, der Zentralbibliothek der Universitätsbibliothek der Humboldt-Universität zu Berlin, teilzunehmen. Die Führung wurde von Herrn Dr. Milan Bulaty dem Direktor der Universitätsbibliothek durchgeführt. Der Schwerpunkt lag dabei auf den Besonderheiten des Gebäudes und dessen Baugeschichte.
Bemerkenswert, was er zu den Öffnungszeiten sagte: Zunächst sollten diese 24 Stunden an 7 Tagen betragen, doch als er erfuhr wie hoch die Unterhaltskosten des Gebäudes sind, wurden die Öffnungszeiten auf 8:00 bis 24:00 Uhr und am Wochenende von 10:00 bis 18:00 beschränkt. Durch diese Einschränkung würden 1/3 der Kosten für den laufenden Unterhalt des Gebäudes eingespart.
Durch eine weitere Führung die Herrn Christian Rüter unter dem Gesichtspunkt der Medienerwerbung leitete, konnte ich einige Besonderheiten des Geschäftsgangs in der Medienerwerbung und -erschließung kennen lernen. Und zudem in Büroräume bis zum 9. Stockwerk des Gebäudes gelangen.

Fazit
Bibliotheken werden trotz des Einzugs und der rascheren Verbreitung elektronischer Medien fortbestehen (müssen), vielleicht sogar gerade wegen dieser. Denn durch das sich immer schneller erneuernde Medienangebot werden Dienstleistungen zur sinnvollen Erschließung und Nutzung dieser notwendig bleiben.
Bibliotheken ändern sich in ihrer Gestalt und ihren Aufgaben. Dieser Tatsache gilt die aktuelle Aufmerksamkeit in Aus- und Weiterbildung auf allen hierarchischen Dienstebenen. Aber auch im Anpassen der Angebote zu den vorherrschenden Nachfragen. Die Bibliotheken müssen gar Nachfragen wecken durch Angebote die sie selbst erfinden und entwickeln.
Geht man davon aus, dass die Bibliothek im universitären Umfeld nach der Mensa der  beliebteste Aufenthaltsort von Studierenden ist,  dann ist  dieser Nachfrage mit zeitgemäßen Angeboten nachzukommen.

Bibliotheken sind öffentlich. Sie sollten dies offensiv propagieren und betreiben und sich nicht dem Zeitgeist, wie z. B. sozialen Netzwerken verschließen. Es dürfen Fehler gemacht werden und Projekte durch Ausprobieren auch mal scheitern. Nur so lassen sich gute und erwünschtte Angebote und Dienstleistungen für Gegenwart und Zukunft etablieren.

Vielleicht müssen Bibliotheken gar zu Marken werden um in der Wahrnehmung einen höheren Stellenwert zu erlangen.
Siehe hierzu André Vatters Beitrag „Trends in der Social Media Branche: Marken sind die neuen Medienunternehmen!“.

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Es mehren sich die Hinweise darauf, dass das zumal von seinen Aktivposten gefeierte Web 2.0 in eine Akzeptanz-Krise geraten ist. Grund für den ruchbaren Niedergang des Mitmach-Netzes ist nicht das kulturpessimistische Lamento des „FAZ“-Herausgebers Frank Schirrmacher, der in seinem neuen Buch „Payback“ (Blessing Verlag) das Internet generell zeiht, es mache süchtig, sei der Konzentration abträglich und zermansche das Hirn wie sonst nur harte Drogen. Grund für die miese Sozialprognose, die virtuellen Netzwerken gestellt wird, sind vielmehr Zahlen, die vom Niedergang interaktiver Beteiligung künden.

via Das Prinzip Offenheit läuft sich tot – Nachrichten welt_print – Kultur – WELT ONLINE.

Alles Neue erzeugt zunächst einmal einen Hype, denn möglichst viele möchten daran teilhaben. Wer will schon irgendwo nicht dabeisein wollen? Wenn es jetzt, wie hier in der WELT berichtet, zu rückläufiger Teilnahme kommt, ist das noch kein Indiz für den baldigen Niedergang dieser sozialen Dienste. Unter der Vielzahl der Angebote wird nicht jeder alles als sinnvoll und für seine Zwecke nützlich einschätzen, und so bleiben am Ende nach dem überall mal Reinschnuppern für manchen vielleicht nur noch wenige Anwendungen, für andere vielleicht keine mehr die es sich lohnt weiterzuverfolgen. Diese Entwicklung sollte als „normal“ betrachtet werden, denn die Geschwindigkeit in der immer neue und verbesserte Produkte zu Tage treten, ist dermaßen enorm, dass es nicht zu einem dauerhaften und permanenten Anstieg an Teilnehmern kommen kann. Hier sollte auch der Trägheit, die einem jeden Einzelnen inne wohnt nicht außer Acht gelassen werden.

Keiner sollte sich durch solche Bremsmanöver wie sie in dem vorliegenden Artikel,  oder durch Herrn Schirrmachers Buch befördert werden, in seinem Drang hin zu Neuem und dem Nachkommen seiner kindlichen Neugier zurückhalten lassen. Auch, und das habe ich ja bereits an anderer Stelle versucht deutlich zu machen, wenn am Ende nicht alles was entdeckt wurde, sich als sinnvolle und weiter zu verfolgende Errungenschaft herausstellt.

Nicht umsonst kommen die kritischsten Stimmen aus der Ecke der großen Zeitungsverlage. Und dort ist man ja schon lange kritisch gegenüber einem sich entwickelnden „Parallel-Journalismus“ eingestellt.

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Einige weitere Netzwerke (denen ich beigetreten bin)  sind hier hier noch nachzutragen.

XING
Ist sinnvoll um geschäftliche Kontakte zu knüpfen oder auf sich und die persönlichen Fähigkeiten/Erfahrungen aufmerksam zu machen. Eignet sich in einigen Fällen zur Jobsuche, bzw. um neuen beruflichen Herausforderungen entgegenzutreten.
Es gibt dort jede Menge Interessengruppen wie Sport, Freizeit, mit regionalem Bezug, Weinfachwelt, etc. Allerdings kann mich das Angebot für eine Weinprobe im Burgenland nicht wirklich interessieren. Angebote in oder die Möglichkeit zum persönlichen  Austausch in meiner Nähe gab es bisher nicht.

BibSonomy
Zur Erläuterung was BibSonomy ist und für wen von Interesse:

Jeder kann mit BibSonomy arbeiten. Unseren Schwerpunkt setzen wir jedoch auf dem Gebiet der Wissenschaft, indem wir das Setzen von Lesezeichen für Studenten, Bibliothekare und Forscher attraktiv machen.

Aber nicht nur das Setzen von Lesezeichen ist dort möglich, sondern man kann sich eine Übersicht von Publikationen anlegen, die mit Tags versehen werden und für andere Nutzer, oder einen bestimmten Nutzerkreis öffentlich sind. Es lässt sich erkennen, wer ähnliche Sammlungen angelegt hat und nach Schlagworten (tags) suchen. Das ist alles sehr praktisch, da man über jeden Browser „nachschlagen“ kann.
Also ein gutes Literaturverwaltungsprogramm.

Delicio.us
Hier werden alle Bookmarks im Netz abgelegt (können auch von einer Quelle importiert werden) und mit Schlagworten versehen. Meine persönlichen, wie auch alle bei Delicio.us gespeicherten Bookmarks lassen sich nach Schlagworten suchen. Das kann dann besonders praktisch sein, wenn die Anwendung in die Toolbar des Browsers integriert wird.

Library Thing
Hier kann man seine eigene Bibliothek eintragen, Rezensionen schreiben und mit Menschen in Kontakt treten. Bis zu 200 Büchern lassen sich kostenfrei einstellen. Es werden jede Menge Top 50 Listen zu Autoren, Tags, Bewertungen, etc. erstellt. Über ein Forum und Gruppen kann man mit anderen Mitgliedern in Kontakt treten. LibrayThing lokal bietet die Möglichkeit nach Veranstaltungen im Umkreis eines vorgegebenen Ortes zu ermitteln. Also wirklich tolle Features!

Die drei zuletzt aufgeführten Dienste finde ich echt super, da ich sie unterstützend für meine Belange im Netz einsetzen kann. Wirklich praktisch!!!

Es gibt also nicht nur soziale Netzwerke zur Freizeitgestaltung, sondern mit sehr nützlichen Anwendungen.

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Angeregt zu diesem Beitrag wurde ich durch eine Sendereihe die diese Woche bei hr 2 gesendet wird. 
Im Zentrum steht das Leben der sogenannten „digital natives“ (die nach 1980 Geborenen) in sozialen Netzwerken und ihr Umgang mit Medien.  Was für diese oft alltäglich und selbstverständlich ist, ist für die mittlere und ältere Generation oft fremd, neu, gewöhnungsbedürftig.

Als ich vor etwa einem Jahr mit dem Selbstlernkurs für das Bibliothekswesen 13 Dinge begann, hatte ich nur sehr wenig Hintergrundinformationen zu sozialen Netzwerken. Im Laufe des Kurses konnte ich sehr viele nützliche Anwendungen kennen und teilweise auch einsetzen lernen.

Später meldete ich mich bei Facebook an, der Freundeskreis blieb bisher überschaubar, Mitteilungen werden dort eher sparsam verbreitet. Ich schloss mich einer Gruppe (Zöliakie) an, war aber über Wochen hinweg der Einzige, der Beiträge beisteuerte. Folglich meldete ich mich wieder ab.
Auch die Zugriffe auf dieses Weglog sind eher gering und Kommentare habe ich schon seit Monaten nicht mehr erhalten. Vielleicht liegt es an meinen Beiträgen, die für Niemanden interessant zu sein scheinen.

Bei Flickr bin ich ebenfalls als „lesekater“ vertreten. Eine Sammlung von Fotos habe dort abgelegt, aber alles weitere habe ich bisher nicht als sinnvoll erachtet. Denn ich möchte nicht jede Person, die auf einem Foto zu sehen ist, vorher um Erlaubnis fragen die Bilder auch dort einstellen zu dürfen. Soviel Achtung der Privatsphäre muss sein!

Mit twittern habe ich mich bisher zurückgehalten. Sinnvoll erscheint mir dies überwiegend via Handy, doch das verursacht Kosten, die vermeidbar sind.

Mein Fazit: Weiter dran bleiben und schauen was noch alles kommt. Eine Sendereihe wie bei hr 2 ist dafür umso nützlicher. Als Angehöriger der „mittleren Generation“ verhalte ich mich doch wohl etwas zu traditionell. Oder ist doch alles überflüssig?

Auf die weiteren Beiträge  zu diesem Thema bei hr 2 Wissenswert freue ich mich schon.

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